Medientreffpunkt Mitteldeutschland

Medienkooperationen – Erfolgreich entwickeln und managen

Medienkooperationen – Demografie, Kaufkraft, Programm

Leipzig, 3. Mai 2011 – Der größte Fehler bei der Kooperation mit Stefan Raab sei gewesen, „dass wir es nicht schon früher gemacht haben“, so NDR-Intendant Lutz Marmor auf einem Panel des Mitteldeutschen und des Bayerischen Rundfunks beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland. Die Zusammenarbeit mit ProSieben sei ein großer Erfolg gewesen, weil es Lena gegeben habe, fügte Marmor hinzu. „Da muss man ehrlich sein.“ Sind erfolgreiche Medienkooperationen also reine Glückssache? Genau das versuchte eine Studie zu klären, die rund 50 Unternehmen der Medienbranche unter die Lupe genommen hat.

Nach der Untersuchung von Prof. Dr. Thomas Hess (LMU München) und Dr. Ralph Becker von Horváth & Partners sind Kooperationen zunächst einmal „alle Aktivitäten, die über eine reine Marktbeziehung hinausgehen“. Warum kooperiert man? „Es geht immer um produktbezogene Fragen.“ Und, das ist den Autoren wichtig: Einsparungen spielten eine eher geringe Rolle für eine Zusammenarbeit. Wichtiger seien Fragen des Vertriebs oder des Marketings. Wer kooperiert miteinander? Laut Studie geht der Trend klar hin zu Kooperationen zwischen Unternehmen verschiedener Mediengattungen. Das habe vor allem mit der Digitalisierung zu tun.

MDR-Unternehmenssprecher Dirk Thärichen sagte, das Schwerste bei Kooperationen sei, die eigenen Mitarbeiter zu begeistern. Hier müsse man ihnen zeigen, dass die Zusammenarbeit einen Mehrwert bringe. Für den Mitteldeutschen Rundfunk sei der Grund für Kooperationen mit Printmedien und deren Onlineauftritten gewesen, dass MDR-Angebote dadurch zusätzlich zu den MDR-Internetseiten auch auf den Zeitungsportalen abrufbar seien. Damit hätten im Ergebnis mehr und vor allem auch neue Nutzer die Beiträge abgerufen. So sei beispielsweise ein Beitrag über den Karneval in Thüringen auf den MDR-Seiten 200 Mal abgerufen worden, auf den Seiten der Thüringer Zeitungsgruppe mindestens zehn Mal so oft. Wichtig sei dabei, so Thärichen, dass man stets erkennen könne, dass die Inhalte vom Mitteldeutschen Rundfunk stammten.

Norbert Schmid, Geschäftsführer der Leipziger Volkszeitung, die mit dem MDR kooperiert, erklärte, Kooperationen seien immer dann sinnvoll, wenn „sie verständlich sind“. Schließlich gehe es am Ende immer um die Erfüllung der Kundeninteressen. Wünschenswert wäre es, wenn der Partner MDR einmal sagen würde: „Wir nehmen eure Inhalte auf unsere Seite.“

NDR-Intendant Lutz Marmor kündigte weitere Kooperationen auch innerhalb der ARD-Anstalten an. Mit Radio Bremen gebe es inzwischen eine Kooperation im Verwaltungsbereich, so Marmor. Allerdings gebe es auch Bereiche, wo sich eine Zusammenarbeit nicht lohne. Bei der „Tagesschau“ zum Beispiel werde man als Marktführer nicht mit ProSieben kooperieren.

Pressekontakt:
Thomas Köhler, S-WOK
Telefon: 0341 – 301 81 81
Mobil: 0170 – 175 95 94
Telefax: 0341 – 301 81 82
E-Mail: koehler@s-wok.de

PDF zum Download: Medienkooperationen – Erfolgreich entwickeln und managen