LTE – Die Fläche rückt ins Zentrum
Gepostet am 04. Mai 2011 in Aktuelles, Pressetexte
LTE – Hoffnungsträger oder Störfall?
Leipzig, 4. Mai 2011 – Der flächendeckende Ausbau des schnellen mobilen Internets war eine politische Entscheidung, mit der die Lebensqualität der Bevölkerung erhöht und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden sollte. In Zukunft werden Nutzer auch in ländlichen Gebieten von wesentlich höheren Bandbreiten profitieren können. Inzwischen hat sich aber auch gezeigt, dass mit dem Ausbau der neuen Technologie eine Reihe von Problemen verbunden ist. Über dieses und weitere Themen sprachen Experten im Rahmen des Medientreffpunkts Mitteldeutschland, es moderierte Dr. Gernot Busch (Bush Media Consulting).
Deutschland nehme beim Ausbau des mobilen Internets eine Vorreiterrolle in Europa ein, sagte Harald Geywitz (E-PlusGruppe). LTE sei überall dort eine Ergänzung zu den bestehenden Netzen, wo das breitbandige Festnetz nicht in die Fläche gehen könne oder werde, so Geywitz weiter. In Hinblick auf den Wettbewerb kritisierte Geywitz die höheren Frequenzanteile anderer Mobilfunkanbieter.
Ties-Christian Gerdes (Geschäftsführer der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG) machte deutlich, dass sich die Situation für den Vertrieb und die Nutzung drahtloser Übertragungstechnik mit der Einführung von LTE verschlechtert habe. Während seit 2005 ein Frequenzspektrum von etwa 70Mhz für die drahtlose Übertragung nutzbar war, seien es nun nur noch rund 40MHz, die zudem wesentlich fragmentierter seien. Problematisch sei zudem die Geschwindigkeit, mit der die Umstellung vorangetrieben werde.
Tatsächlich lässt sich ein störungsfreier Betrieb von drahtloser Übertragungstechnik auf den von LTE genutzten Frequenzen nicht realisieren – mit den entsprechenden Konsequenzen etwa für Theater oder Konzertveranstalter, die durch die Einführung von LTE gezwungen sind, in neue Übertragungstechnik zu investieren. Vor diesem Hintergrund bekräftigte Matthias Fehr (Präsident der Association of Professional Wireless Production Technology) die Forderung nach umfassenden Entschädigungsleistungen. Die geltende „Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen“ sei in der gegenwärtigen Form nicht hinnehmbar, so Fehr weiter.
Auf weitere mögliche Problemfelder in Zusammenhang mit dem Ausbau des schnellen mobilen Internats machte Ulrich Freyer (Analyst für Medientechnik) aufmerksam. So würden die im Markt befindlichen DVBT-Empfangsgeräte in der Lage sein, auch LTE-Frequenzen zu empfangen, während anderseits Fernsehkabel Signale im entsprechenden Frequenzbereich abstrahlen, so dass Störungen nicht auszuschließen seien.
Demgegenüber schätzte Karl-Heinz Laudan (Vice President für Spectrum Policy, Deutsche Telekom AG) die Störungswahrscheinlichkeit als sehr gering ein. So seien derzeit bereits 541 LTE‑Basisstationen in Betrieb, ohne das es bisher zu Störfällen gekommen sei. Zusätzliche Sicherheit sei dadurch gewährleistet, dass jede Basisstation bei der Bundesnetzagentur zusammen mit einem Maßnahmenkatalog für den Fall einer Störung angemeldet werden müsse, so Laudan weiter.
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