Innovationsstandort Mitteldeutschland – Welche kreativen Ideen schaffen mehr Aufmerksamkeit und neue Märkte?
Gepostet am 02. Mai 2011 in Aktuelles, Pressetexte
Innovationsstandort Mitteldeutschland: Raum für Ideen
Leipzig, 2. Mai 2011 – Der diesjährige Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig hat mit einem Lob für den Standort begonnen. Kinowelt-Gründer Michael Kölmel sagte auf einem Panel der Mitteldeutschen Medienförderung, er habe hier immer gefunden, was er brauchte, Inhalte und Personen: “Mir gefällt Leipzig, weil es eine relativ offene Stadt ist, für das, was ich mache.”
Bernd Schumacher geht es mit seiner TV-Produktionsfirma 99pro media ähnlich: “Die gesamte Atmosphäre stimmt, wir können hier machen, was wir möchten.” Er habe gute Mitarbeiter gefunden und die Leute seien offener als anderswo, sagt Schumacher. Von 99pro media kommen beliebte Boulevard-Formate wie “Auf und Davon”, “Goodbye Deutschland” und “Daniela Katzenberger – Natürlich Blond”. Dabei hat Schumacher vor allem die 24-jährige Pfälzerin Daniela “Katzi” Katzenberger von Leipzig aus zur Marke gemacht, den “Traum von einem blonderen Leben”, wie Schumacher es ausdrückt, deren Logo mit der Mieze mittlerweile auf Schuhen und Porzellan-Tassen aus Kahla prangt, entwickelt übrigens von einer Design-Studentin der Burg Giebichenstein in Halle.
Dass Ideen in Mitteldeutschland ihren Raum finden, beweist auch Tino Kreßner. Mit startnext.de hat er unter anderem das Crowdfunding etabliert, eine Idee aus den USA, bei der über eine Internet-Plattform vor allem kleinere Projekte die Chance bekommen, Geld zu sammeln. Kreative können ihr Projekt bei startnext der Internet-Community vorstellen und um Finanzierung werben. Mittlerweile kommen durchschnittlich 37 Euro pro Spender und 10.000 bis 20.000 Euro für Projekte zusammen, sagt Kreßner. An sich sei dafür der Standort egal, Dresden aber habe den Vorteil, dass die Startup-Landschaft relativ klein sei und die persönliche und lokale Bindung gerade bei kleinen Projekten von großem Vorteil ist.
Ein großes Plus, das Kreßner mit Blick auf das Marketing im Crowdfunding sieht, ist die intensive Kommunikation in sozialen Netzwerken, Mundpropaganda. Netzwerk-Arbeit und ihre Chancen für das Kino, für TV- und andere Produktionen waren dann der roten Faden, aus dem Claudius Nießen, Geschäftsführer am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, den Rest der Debatte strickte. Für Kölmel, heute mit der Filmaufbau Leipzig GmbH aktiv, bietet das Internet die Möglichkeit, direkt an den Kunden zu kommen, etwa beim Internet-Versand des Vertriebsunternehmens Zweitausendeins. Auch könne man im Internet kleinere Auflagen verbreiten, sagt Kölmel. Doch müsse das klassische Geschäft weiter beherrscht und die richtige Mischung aus Mainstream und Spezialisierung gefunden werden.
Aus Kreßners Sicht ist das Netz für Produzenten interessant, weil sie viel über Nutzer erfahren und diese einbinden könnten. Schumacher etwa testet Themen und Figuren. Das Katzenberger-Projekt habe einen eigenen Facebook-Angestellten, sechs Leute beantworteten Fragen. Facebook ist für ihn ein “tolles Tool” und zudem kostenlos. Gerade bei sehr jungen Leuten sei eine Fanbase im Netz die Basis dafür, dass sie “überhaupt nochmal das Fernsehen anschalten”. Kölmel aber bleibt vorsichtig: Der “Gefällt mir” -Button sei leicht geklickt, aber eine Kinokarte noch lange nicht gekauft; das Internet produziere auch Fehlalarm.
Etwas konservativer ging auch Manfred Schmidt von der Mitteldeutschen Medienförderung an die Sache. Sicher sei es wichtig, neue Kanäle zu Zuschauern und Finanzierungen zu finden, sagt Schmidt. Nichts aber gehe ohne Geschichten: „Als Erstes für Alles braucht es Inhalt, alles andere kommt danach.”
Pressekontakt:
Thomas Köhler, S-WOK
Telefon: 0341 – 301 81 81
Mobil: 0170 – 175 95 94
Telefax: 0341 – 301 81 82
E-Mail: koehler@s-wok.de