Hype oder Heiland – Kreativwirtschaft in Mitteldeutschland
Gepostet am 03. Mai 2011 in Aktuelles, Pressetexte
Kommunen und Kreative
Leipzig, 3. Mai 2011 – Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland wurde heute unter dem Titel „Kreativwirtschaft – Hype oder Heiland“ auf einem Panel der Stadt Leipzig über die Möglichkeiten der kommunalen Förderung der Kreativwirtschaft gesprochen.
Entsprechend viele kommunale Wirtschaftsförderer waren auf dem Podium vertreten: Till Hafner war aus Weimar angereist, Dr. Petra Sachse vertrat die Stadt Halle, und Brigitte Brück repräsentierte die Stadt Leipzig. Mit Katja Großer saß die regionale Ansprechpartnerin des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes mit auf dem Podium, der Kreativunternehmer Ivo Zibulla (Die Ungestalt) komplettierte die Gesprächsrunde, die von Katja Manz (TU Chemnitz) geleitet wurde.
Zunächst berichteten die kommunalen Förderer über der Stand der Dinge an ihren Heimatstandorten: Für alle drei Städte ist die Förderung der Kreativwirtschaft noch ein verhältnismäßig neues Terrain. Alle berichteten von ihren Versuchen, mit der Branche ins Gespräch zu kommen und mit ihr zusammen eine Förderstrategie zu entwickeln. Speziell die Schwierigkeit, für eine sehr heterogene und kleinteilige Branche ein passendes Konzept zu entwickeln, wurde besprochen. Schließlich würde es sich hier um ganze 11 Teilbranchen handeln, die in sich ebenfalls nicht einheitlich wären. Alle Beteiligten betonten dabei mehrfach, wie wichtig es sei, zunächst einmal zuzuhören – sei es durch Teilbranchentreffen oder durch den Wunschzettel für Kreative, wie er in Halle ausprobiert wurde.
Katja Großer nannte gleich zu Anfang zwei Probleme, mit denen kreative Selbstständige und Kleinunternehmer immer wieder zu kämpfen haben: Einen passenden Raum für ihre Arbeit und einen Marktzugang zu finden. Selbst ich ihrem Kerngeschäft hervorragend ausgebildete Kreative hätten hier oft eine große „BWL-Bildungslücke“ bedauerte sie.
Auch über Vernetzung wurde viel gesprochen. Katja Großer forderte in diesem Zusammenhang, dass sich auch die Wirtschaftsförderer untereinander mehr vernetzen müssten. Auch zwischen Kommunen und Kreativen müsse ein Brückenschlag gelingen. Hier sei es sinnvoll, Leute aus der Szene zu engagieren, die als „Dolmetscher“ zwischen den Kreativen und den Kommunalverwaltungen dienen könnten. „Aus der Szene für die Szene“ war das Schlagwort. Petra Sachse wies auf die zahlreichen Initiativen hin, die Kreative beraten und ihnen helfen würden, und sah es als eine mögliche Aufgabe der Kommunen an, den Kreativen hier Orientierung zu bieten und Kontakte zu vermitteln.
Auf eine Frage aus dem Publikum wurde abschließend diskutiert, wie Preisdumping und Selbstausbeutung in der Branche vermieden werden könnten. Hier sah die Runde den Handlungsspielraum der Förderer und Kommunen eher als begrenzt an. Preispolitik müsse aus der Branche selbst kommen – ein weiterer Grund, sich zu vernetzen.
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