Medientreffpunkt Mitteldeutschland

3D und die Zukunft

Herausforderung 3D

Leipzig, 2. Mai 2011 – Mit Blockbustern wie „Avatar“ markiert das Jahr 2009 den Übergang zur Digitalisierung des Kinos und zur Umstellung auf stereoskopische Filme / 3D. Allein in Deutschland verzehnfachte sich die Zahl der 3D-Leinwände von 49 auf über 400. Dem neuen „digitalen Dispositif Cinéma“ widmet sich nun eine von Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz (Universität Leipzig) herausgegebene Studie, die im Rahmen des Medientreffpunktes Mitteldeutschland in der Buchhandlung Ludwig im Leipziger Hauptbahnhof der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Welche Chancen und Probleme sich aus dem gegenwärtigen Umbruch ergeben, diskutierten im Anschluss Dr. Gottfried Langenstein (Direktor Europäische Satellitenprogramm ZDF und Vizepräsident ARTE G.E.I.E. Straßburg) und Prof. Dr. Michael Kölmel (Filmaufbau Leipzig GmbH) mit dem Herausgeber.

Laut der in der Reihe „Media Studien“ im Leipziger Universitätsverlag erschienene Studie, sei das Gewicht und die Tragweite des digitalen Übergangs wohl nur mit jenem qualitativen Einschnitt vergleichbar, den die Einführung des Tonfilms vor rund 80 Jahren bedeutete: Für das Kino mitsamt seinen Inhalten, Präsentationsformen und Nutzungskonzepten ergeben sich zum Einen vollkommen neue Berufsprofile, andererseits seien dem Kino aber auch neue Konkurrenten erwachsen, insbesondere das Fernsehen sei eine kaum zu überschätzende Herausforderung, der sich das Kino mit neuen Nutzungskonzepten stellen müsse, so Steinmetz.

Michael Kölmel betonte dagegen die Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben. Gerade in ihren Stammgeschäften könnten die Kinobetreiber von einer viel größeren Flexibilität profitieren. Einerseits würden die Kopier- und Transportkosten für Filmrollen entfallen, zudem würde den Kinobetreibern durch die digitale Bereitstellung von Filmen die Möglichkeit eröffnet, ein auf ihr Publikum abgestimmtes Kinoprogramm anzubieten, so Kölmel. Voraussetzung sei aber freilich die Investition in neue Technik, vor der bislang kleinere Programmkinos allerdings oft noch zurückschrecken.

In Hinblick auf das Fernsehen wies Dr. Gottfried Langenstein darauf hin, dass sich die neue Technologie erst mittelfristig auch im Medium Fernsehen etablieren könne und betonte in diesem Zusammenhang die problematische Verbreitungssituation: So sei die Zahl der Empfangsgeräte in Deutschland nach wie vor verschwindend gering. Zudem sei die simultane Übertragung von Inhalten (Simulcast) in HD und 3D derzeit nicht möglich, da einerseits eine Normenfusion der Übertragungsformate noch ausstehe und andererseits die erforderlichen Übertragungsbandbreiten – anders als in Frankreich – in Deutschland derzeit noch nicht zur Verfügung stehen.

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